Anafi und Roumana Sounon Mora berichten von ihrer Arbeit in Benin

Anafi und Roumana Sounon Mora berichten von ihrer Arbeit in Benin
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„Der Beste Platz ist dort, wo Gott uns haben will.“

Anafi und seine Familie sind vielen in der Gemeinde bestens bekannt. 2001 kam er als Marine-Offizier ins Norddeutsche Neustadt zu einem zweijährigen Lehrgang bei der Bundeswehr. In dieser Zeit lernte er die dortige FeG und den dortigen Pastor Werner Röhle kennen. 

Der aus einer muslimischen Familie stammende Anafi kam zum Glauben und erlebte kurz vor Lehrgangsende im August 2003 seine Berufung von Gott für einen vollzeitlichen Dienst. Anafi musste zunächst in seine Heimat Benin zurückkehren und konnte 5 Jahre später seinen Armeedienst beenden und erneut nach Deutschland kommen. Hier absolvierte er an der FTA Gießen ein fünfjähriges Theologiesudium. 

Im September 2013 reiste er mit seiner Familie im Auftrag der Allianz-Mission nach Benin zurück, um dort eine Einrichtung zur Ausbildung von Pastoren aufzubauen. Nun, nach 20 Monaten ist er für einige Zeit in Deutschland und kann so einiges berichten.

Aller Anfang ist schwer

Anafi berichtet, wie schön es war, vor zwei Wochen in Deutschland anzukommen. Viele haben ihn und seine Familie erwartet und freundlich willkommengeheißen. Alles war vorbereitet.

Das war bei der Ankunft in Benin vor 20 Monaten nicht so. Zunächst hat gar nichts funktioniert. In der ersten Nacht hatten sie keine Unterkunft, lebten die ersten 6 Wochen aus dem Koffer. Stundenlange Stromausfälle waren normal. Auch die persönliche Integration war schwer. Schon bald wollten die beiden Söhne wieder zurück nach Deutschland, dann auch seine Frau Roumana. Nachdem es dann auch noch familiäre Spannungen gab, weil der schwer erkrankte Vater die Behandlung verweigerte, wollten alle wieder nach Deutschland.

Gott greift ein

Doch dann erinnerte sich Anafi an seinen Aussendungsgottesdienst und den Zuspruch: „Der beste Ort ist der, wo Gott dich haben will.“

Und Gott griff ein – in der Gemeinde und der Familie. Sie machten in ihrer Ortsgemeinde Vorschläge für eine Reformierung der Kinderarbeit. Die Vorschläge wurden alle angnommen und umgesetzt und die Kinderarbeit entwickelte sich prächtig.

Sein Vater ermöglichte die notwendige Behandlung und nach kurzer Zeit ging es ihm viel besser. Die zuvor entstandenen Spannungen, besonders auch zur Mutter, konnten vergeben werden – Versöhnung fand statt.

„Jetzt waren wir bereit für den Missionsdienst!“

Phase 1: bis Dezember 2014

Jetzt stiegen Anafi und seine Frau verstärkt in den Gemeindedienst ein. Anafi übernahm zunehmend Predigtdienste. Gleichzeitig besuchten beide zahlreiche andere Gemeinden. Außerdem boten sie Seminare an, zum Beispiel zum Themenkomplex Ehe. Die ehrliche Auseinandersetzung mit solchen Themen ist ungewohnt. Insbesondere Männern fällt es aufgrund vorherrschender Rollenmuster schwer, sich dafür zu öffnen. Aber das Bedürfnis nach Anleitung und Auseinandersetzung ist da.

Phase 2: ab Dezember 2014

Im Dezember 2014 gelang es, neue Räumlichkeiten anzumieten und die Arbeit kam in eine neue Phase. Anafi entwickelt eine ganzheitliches Kursprogramm, das viele Einzelthemen wie Bibelauslegung, Kinder- und Jugendarbeit, Frauenarbeit, Eheseminare bis hin zu Fragen der Gemeindefinanzierung umfasst und zu einem Curiculum zusammenfügt. Auch Konferenzen zu heiklen Themen, z.B. Jugend und Sexualität, Alkoholmissbrauch, etc.stehen auf dem Programm.

Die Arbeit zieht weitere Kreise

Wachsende Bekanntheit führt zu wachsendem Vertrauen und öffentlicher Wahrnehmung. Immer mehr Anfragen kommen aus anderen Städten des Landes.

Nicht alles läuft rund!

Problematisch erlebt Anafi mitunter die geringe Verlässlichkeit der Menschen. Zusagen oder Termine werden häufig ohne Rückmeldung versäumt.

Weiterhin hindert teils starkes Misstrauen die Zusammenarbeit unter den Gemeinden. Schwer ist es, andere Pastoren als Referenten für das Seminarprogramm zu gewinnen. Zusammenarbeit wird als Gefahr für Abwanderungen empfunden.

So wird für Anafi die persönliche Zeiteinteilung immer schwieriger. „Irgendewas bleibt immer auf der Strecke. Aber vielleicht nehme ich mir als Macher-Typ auch manchmal etwas zu viel vor.“

Gefragt nach der Vision einer Theologischen Hochschule führt Anafi aus, dass eher ein Theologisches Seminar angestrebt wird. Ein akademisches Hochschulprogramm würde einerseits die Zielgruppe einschränken und andererseits dringende Themen außen vor lassen. Die Wirkung würde dadurch reduziert. Das Angebot soll sich an Pastoren und Laien wenden.

Fundierung der Bibelauslegung notwendig

Viele Gemeinden in Benin sind sehr einseitg charismatisch orientiert, was sich auch darin niederschlägt, dass Predigten kaum fundiert vorgbereitet werden, sondern der spontanen Einwirkung des Heiligen Geistes obliegen. Hier ist es Anafi ein dringendes Anliegen, Angebote zur Bibelauslegung und Predigtvorbereitung anzubieten.

Abschließend bedanken sich Anafi und seine Frau für das Interesse an ihrer Arbeit, würden sich aber auch über gelegendliche persönliche Rückmeldungen und Ermutigungen aus Deutschland freuen.

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